Depression
Krise

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DEPRESSION KRISE

    DEPRESSION

Allgemeines zur Depression
Wie erkenne ich eine Depression?
Wie können Depressionen behandelt werden - Behandlungsempfehlungen
Allgemeine Wirkfaktoren der psychologischen Behandlung
Selbsthilfegruppen

 

Allgemeines zur Depression:

Nicht jede traurige Stimmung ist eine Depression. Depressionen kennzeichnen sich u.a. durch Niedergeschlagenheit, Angstzustände, innere Unruhe, Antriebs- und Interessenslosigkeit und Schlafstörungen. Das Denken ist verlangsamt und dreht sich meistens um ein Thema, nämlich darum, wie schlecht es einem geht, wie aussichtslos die derzeitige Situation und wie hoffnungslos die Zukunft ist.

Menschen mit Depressionen sind unfähig, sich über etwas zu freuen und haben größte Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen. Einen trauernden Menschen kann man ablenken, einen (schwer) depressiven nicht. Depressive glauben oft, mit ihrem Unglück ganz allein dazustehen und meinen, derartige Schuldgefühle oder Selbstmordgedanken hätte sonst wohl niemand. Es ist sehr wichtig, diesen Menschen klarzumachen, dass sie an einer Krankheit leiden, die viele andere auch haben.

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken, dh. 1,6 Mio Österreicher leiden irgendwann im Leben an einer depressiven Erkrankung.

Wie erkenne ich eine Depression?

Das klinische Bild depressiver Störungen kann vielgestaltig sein. Auch variieren die Anzeichen von Person zu Person. Folgende Symptome sind sehr häufig zu beobachten:

Depressive Stimmung, Interessensverlust, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Schlaftstörungen, Müdigkeit und Energieverlust, Minderwertigkeitsgefühle, deutlicher Gewichtsverlust.

Depressionen gehen sehr oft mit körperlichen Beschwerden einher, wie zum Beispiel Kopf-, Nacken- und Kreuzschmerzen, Druckgefühle im Brustraum, unklare Herzbeschwerden, Verdauungsbeschwerden oder Übelkeit. Bei bis zu 50 Prozent dieser Menschen wird die zugrunde liegende depressive Störung zunächst nicht erkannt.

Depressive Menschen sind weder arbeitsscheu, noch hysterisch, noch hypochondrisch.

Depressive können nicht „wollen“! Es ist daher sinnlos, an ihren Willen zu appellieren. Es hat auch keinen Sinn, sie aufzufordern, sich doch zusammenzureißen.

Depressive benötigen Verständnis und Unterstützung von ihrer Umgebung.

 

Aus psychologischer Sicht sind Depressionen ein Zustand der Seele und des Körpers, der von verschiedenen Schlüsselereignissen und emotionalen Notlagen hervorgerufen werden kann. Wir interpretieren Depressionen nicht als Krankheit aus dem Nichts, die einen Menschen heimsucht, sondern wir erforschen die Erfahrungen, die einen Menschen depressiv machen, und wir fragen nach seinen Reaktionen auf diese Erfahrungen. Als konkrete Auslöser können bestimmte Lebensereignisse, aber auch chronische, d.h. lang andauernde Belastungszeiten in unserem Leben genannt werden. 

Wie können Depressionen behandelt werden - Behandlungsempfehlungen:

Allgemein möchte ich dazu folgendes vorausschicken:

Behandlungsbedürftigkeit ist dann gegeben, wenn die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist bzw. die bisher gewohnten Lebensvollzüge überhaupt nicht mehr möglich sind, die betroffene Person dies gerne ändern möchte, dazu jedoch nicht in der Lage ist und unter diesem Zustand leidet.

Depressionen sind Krankheiten, die gut und erfolgreich behandelt werden können. Allerdings gibt es keinen schnellen Weg aus der Depression – über Nacht werden Depressionen nur selten bewältigt!

Die multifaktorielle Bedingtheit depressiver Erkrankungen fordert notwendigerweise eine Behandlung auf mehreren Ebenen. Im Sinne eines integrativen Behandlungsplans kommen somatopsycho- und soziotherapeutische Maßnahmen zum Tragen. Bevor ich näher darauf eingehen werde, möchte ich auf Wesentliches hinweisen:

1.      Hilfe suchen:

Ziehen sie sich nicht zurück, und warten Sie nicht wochenlang darauf, daß die Depression von alleine vergeht.

2.      Sicherheit über die Diagnose:

Die Wahl der in Frage kommenden Behandlungsformen setzt nicht nur eine klare Diagnosestellung voraus, sondern auch eine eingehende körperliche Untersuchung, eine Vergegenwärtigung der Krankengeschichte, der psychosozialen Situation, der sozialen Integration und der Tragfähigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen.

3.      Wahl der Therapie/Behandlungsform:

Unter anderem spielt ihr Krankheitsstadium eine entscheidende Rolle. So sieht die Akutbehandlung bei einem besonders quälenden depressiven Zustandsbild anders aus als eine Behandlung, in der es in erster Linie um die Verhinderung eines Rückfalls geht. Beraten Sie sich gemeinsam mit ihrem  Arzt bzw. Psychologen.

 

4.      Durchhalten der Therapie:

Halten Sie die eingeschlagene Therapie gerade in den schwierigen ersten Wochen durch. Lassen Sie sich nicht durch Nebenwirkungen, geringe Fortschritte oder Behandlungsprobleme entmutigen!

5.      Rückfallvorbeugung:

Depressionen können wiederkehren; dies passiert bei etwa einem Drittel aller Patienten. Behalten Sie nach dem vollen Abklingen der Depression die Behandlungsmaßnahmen bei.

 

Grundsätzlich gibt es viele Behandlungsverfahren bei depressiven Erkrankungen.

Bei der Therapie mit Medikamenten ist wohl die Behandlung mit den sogenannten Antidepressiva am häufigsten. Hierbei soll das gestörte Gleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn wieder normalisiert werden. Bei diesen Medikamenten handelt es sich nicht um Beruhigungsmittel und sie führen auch nicht zu Abhängigkeit. Die Wirkweise der Medikamente ist langsam; in der Regel können die Wirksubstanzen erst nach etwa 2-3 Wochen zu der Wiederherstellung des Gleichgewichts führen.

Die sogenannte Lichttherapie findet bevorzugt Einsatz bei einer saisonal vorkommenden Depression.

Die somatisch-orientierten Verfahren sind nur ein Teil der Therapie. Psychologische Therapien sind eine weitere sehr wesentliche Maßnahme zur Bewältigung der Depressionen.

Das wesentliche Merkmal bei der psychologischen Behandlung ist, dass der helfende – d.h. ein qualifizierter Therapeut – genau umschriebene und wissenschaftlich begründete psychologische Methoden einsetzt, um dem Patienten zu helfen.

Allgemeine Wirkfaktoren der psychologischen Behandlung

·        Eine vertrauensvolle und gute Beziehung zwischen Klient und TherapeutIn.

·        Systematische Analyse und strukturiertes Vorgehen, konsequentes Bearbeiten der zentralen Probleme.

·        Klare Ziele, verständliche Erklärungen und Lösungswege.

·        Anwendung konkreter Maßnahmen, Übungen und Aufgaben.

·        Rückschläge gehören dazu und werden geduldig, wenn nötig vielfach analysiert, bearbeitet, und an Lösungen wird gearbeitet.

Die Entscheidung, wegen psychischer Probleme professionelle Hilfe aufzusuchen, ist grundsätzlich schwierig. Viele Betroffene sehen es als persönliches Versagen an, wenn sie nun Hilfe von außen benötigen. Andere sind so schwer erkrankt, dass sie ohne äußere Hilfe nicht mehr die Kraft aufbringen, sich zu einem Besuch bei einem Spezialisten zu entscheiden. Hinzu kommen die Schwierigkeiten der Entscheidung, wen man aufsucht, wo man Hilfe findet, welche Art von Therapie man wählen sollte.

Wie wir weiter oben bereits gehört haben, sind einige Berufsgruppen an der Diagnose, Therapie und Betreuung von Personen mit psychischen, insbesondere auch depressiven Erkrankungen beteiligt.

Im einzelnen sind das: Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten;

Hausärzte, Beratungsstellen, Kriseninterventionszentren, Telefonseelsorge bzw. Psychophon können vor allem Hinweise auf Therapeuten, Hilfseinrichtungen und Überbrückungshilfen geben.

 Selbsthilfegruppen:

Zuletzt möchte ich noch auf die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen hinweisen. Selbsthilfegruppen entspringen dem Bedürfnis sich auszutauschen.

Mit wem kann man wohl besser über Depressionen sprechen als mit Menschen, die dasselbe durchgemacht haben oder durchmachen.

Der Depression liegt sehr oft die Angst vor sozialer Ablehnung zugrunde, das wiederum führt sehr leicht zu einem Rückzug aus den zwischenmenschlichen Beziehungen.

Diese sind jedoch immer wieder Quelle für Anerkennung, Bestätigung, Befriedigung und Liebe.

Zitat: „Es war unglaublich beruhigend, als ich herausfand, daß andere Menschen, das gleiche erlebt hatten, daß ich nicht so tun mußte, als ob es mir gutging.“

SHG`s haben die Selbständigkeit ihrer Mitglieder, gegenseitige Entlastung und eine Veränderung ihrer persönlichen Lebensumstände zum Ziel.

Die meisten Gruppen arbeiten nach den Prinzipien der Freiwilligkeit, Eigenverantwortlichkeit, Betroffenheit, Gleichberechtigung, Gegenseitigkeit, Verbindlichkeit und Verschwiegenheit.

Eine von mir begleitete Selbsthilfegruppe "Menschen mit Depressionen" gibt es in Ried im Innkreis. Sie trifft sich jeden 3. Mittwoch im Monat von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr im Treffpunkt der Frau (Bildungshaus St. Franziskus), Riedholzstraße 15 a, 4910 Ried im Innkreis (auch Männer sind willkommen!).

    KRISEN

Allgemeines zu Krisen
Anzeichen bei seelischen Krisenzuständen
Grundregeln des Verhaltens
Adressenliste

Allgemeines zu Krisen:

Ein Todesfall, das plötzliche Bekanntwerden einer schweren Erkrankung, ein Verkehrsunfall oder Katastrophen – schwerwiegende Ereignisse wie diese erschüttern das seelische Gelcihgewicht.

Auch Trennung vom Partner, Arbeitsplatzverlust, Pensionierung, finanzieller Verlust oder Entwurzelung im Falle von Flucht oder bei Gastarbeit bedeuten gravierende Veränderungen im Leben.

Unvorhergesehen befindet sich ein Mensch in einer Krise.

Oft entwickeln sich Krisen aber über einen längeren Zeitraum. Unterschiedliche Belastungen führen allmählich zu einer Überforderung, der eines Tages nicht mehr standgehalten wird. Sozialer Rückzug ist zumeist die Folge. Die Betroffenen vermeiden Kontakte oder brechen sie ab und geraten so in immer größere Einsamkeit und Isolation. Außenstehende können diese Form der Krise manchmal nicht so deutlich erkennen.

Krisen sind Teil unseres Lebens. Die Bewältigung von Herausforderungen wie zum Beispiel Schulbeginn, Heirat, Geburt eines Kindes, aber eben auch von negativen Ereignissen wie weiter oben angeführt gehört zum Entwicklungsprozeß und zur Reifung des Menschen. Denn Krisen bedeuten Wendepunkte im Leben, die eine Veränderung und Neuorientierung möglich machen. Neue Lebensziele können entstehen.

 

Anzeichen bei seelischen Krisenzuständen:

Rückzug, Antriebslosigkeit, in sich gekehrt sein (Menschen gehen nicht mehr auf andere Personen ein, werden ruhig, wirken desinteressiert, vielleicht verschroben), gereizt aggressives Verhalten, unangenehme, unerklärliche Verhaltensweisen.

Um Klarheit zu erhalten, ob sich ein anderer Mensch in einer Krise befindet oder nicht, gilt es, auf den Betreffenden zuzugehen. Fragen Sie, wie es ihm/ihr geht und fragen Sie auch, ob Hilfe benötigt wird. Reden hilft. Sie sollten dabei den anderen reden lassen, ohne vorschnelle Lösungen anzubieten. Zum Erkennen einer Krise gehen Sie auch davon aus, dass jene Situationen, die für Sie selbst keinerlei Belastung und Bedrohung darstellen würden, für einen anderen Menschen schwerwiegend und konflikthaft sein können. Denn die Schwere einer Situation kann nicht beurteilt werden, vielmehr kommt es darauf an, wie der einzelne Mensch eine Situation erlebt. Worauf ein Betroffener angewiesen ist: Verständnis vom Gegenüber – dies ermöglicht es ihm/ihr, sich zu öffnen und mitzuteilen!

Für alle Krisen sollte man beachten: Hinweise auf Selbstmordabsicht und besonders Suizidäußerungen durch die Betroffenen selber sind in jedem Fall ernst zu nehmen!

Organisieren Sie in kritischen Situationen professionelle Hilfe, z.B. über die Kriseninterventionszentren oder Psychosozialen Notdienste Ihres Bundeslandes (Telefonnummer siehe unten). Denn Helfen bedeutet nicht, für alles und jedes die Verantwortung zu übernehmen und alleine zu tragen. Wenn Sie sich selber unsicher oder überfordert fühlen, geben professionelle Helfer Rat und können weitere Schritte setzen.

Grundregeln des Verhaltens:

 

Adressenliste:

Oberösterreich:  Therapeutisches Zentrum für Menschen in psychischen Krisen
Hessenplatz 9,
4020 Linz
0732 – 21 77

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